Behinderungsgrund: Corona

Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) hat mit Erlass vom 23.03.2020 Vorgaben gemacht, wie auf den Baustellen des Bundes mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie umzugehen ist. Der Erlass entfaltet zwar keine bindende Wirkung für die Privatwirtschaft, kann aber auch dort Orientierung geben.

Grundsätzlich sollen Baustellen weiter betrieben werden, solange es keine ausdrücklichen Verbote gibt, die dem entgegenstehen. Die Sicherstellung des Gesundheitsschutzes der dort tätigen Personen obliegt dem Sicherheits- und Gesundheitskoordinator. .weiterlesen ...

Gericht muss Privatgutachten berücksichtigen

Das Gebot rechtlichen Gehörs verpflichtet das Gericht, die Ausführungen der Prozessbeteiligten zur Kenntnis zu nehmen und in Erwägung zu ziehen. Geht das Gericht in seinen Entscheidungsgründen auf den wesentlichen Kern des Tatsachenvortrags einer Partei zu einer Frage nicht ein, die für das Verfahren von zentraler Bedeutung ist, lässt dies auf die Nichtberücksichtigung des Vortrags schließen, sofern er nicht nach dem Rechtsstandpunkt des Gerichts unerheblich oder aber offensichtlich unsubstantiiert war. .weiterlesen ...

Good Morning Lean! A wakeup call.

Auf Einladung des VDI-Verlags habe ich in der Jahresausgabe 2018/2019 Bautechnik der Zeitschrift “Bauingenieur” einen Beitrag zum Thema Lean Construction verfasst. Dabei habe ich deutlich vor überzogenen Erwartungen gewarnt:

Lean Construction ist insbesondere kein Projektverstärker, der wie eine schmackhafte Sauce schlecht laufende Projekte verfeinern, und ihre Performance verbessern kann. Lean Management ist eher – um im Bild zu bleiben – eine fein abgeschmeckte Rezeptur aus Kompetenz, Zusammenarbeit, Methoden, gesundem Menschenverstand, Vertrauen, Kultur, Mut, Ehrlichkeit, Change – und vor allem: aufrichtigem Wollen und entschlossenem Handeln.

Lean ist keine Raketenwissenschaft, sondern setzt vielmehr auf die Wiedererweckung des Verständnisses für kluges, sinnvolles, intelligentes und effizientes Handeln aller Beteiligten. Dabei geht es darum, Dinge, von denen man etwas versteht, möglichst einfach und zugleich richtig und gut zu machen. Lean-Methoden können insoweit Anregung bieten, eigenes Handeln zu reflektieren und zu verbessern. Lean ist aber sicherlich keine neue Leistung und insbesondere kein Turbo-Booster, der auf bestehende Organisationen oder Projekte aufgepfropft werden kann.

Ausdrücklich zu warnen ist insoweit vor den Gefahren, die von aktuellen Lean-Management-Modellen ausgehen können, wenn Lean-Berater in etablierte Verantwortlichkeiten von Planern oder bauausführende Firmen einzugreifen sollen. Kurzfristig führt das zu einer Diffusion und Verwischung von Verantwortlichkeiten, mittel- und langfristig kann dies Strukturveränderungen bewirken, wie einstmals die Herauslösung von Projektsteuerungsaufgaben aus der ursprünglich ganzheitlichen Wahrnehmung der Bauherreninteressen durch den Architekten.

Echte Bau-Kompetenz erscheint hier klar der bessere Weg. Bauherren, Lehre, Büros und Betriebe: Aufwachen! Es gibt viel zu tun!

Der vollständige Beitrag kann hier abgerufen werden.

Doppelpass für bessere Projekte

Das 2014 in 4. überarbeiteter Auflage erschienene AHO-Heft 9 ist sozusagen die aktuelle “Bibel” für die zuverlässige Organisation der “inneren Mechanik” von großen Projekten. Für die Projektstufen 1-5 enthält es Leistungsbilder von der Projektvorbereitung über die Planung, die Ausführungsvorbereitung, die Ausführung bis hin zum Projektabschluss. Damit bietet es eine erprobte und anerkannte Methodik i. W. für überschaubare und klar definierte (Groß-) Projekte in beherrschbaren Umfeldern.

Anfang dieses Jahres in zweiter, völlig überarbeiteter Auflage erschienen, schließt AHO-Heft 19 sozusagen die Lücke zu weniger klar definierten (Multi-) Projekten in schwierigen Umfeldern. Dabei bietet es standardisierte Leistungsbilder in den Bereichen

  • Projektentwicklung Neubau/Bestand
  • Projektsteuerung von Städtebaulichen Leistungen
  • Stakeholdermanagement
  • Multiprojektmanagement (MPM)
  • Risikomanagement
  • Projektcontrolling – für Anteilseigner/Investoren und deren Aufsichtsgremien
  • Value Engineering
  • Inbetriebnahmemanagement
  • Technisches Inbetriebnahmemanagement in Anlehnung an VDI 6039
  • Projektmanagement bei Infrastrukturvorhaben
  • Nutzerprojektmanagement
  • Leistungen der Mieterkoordination bei Handelsimmobilien
  • .weiterlesen ...

    BIM zu Ende gedacht

    Modelle oder Zeichnungen, statische oder dynamische Visualisierungen, offline oder in Echtzeit gerechnet, sind im Bauwesen nichts Neues. Meist werden sie für Marketing-Zwecke erstellt, auch zur Vorbereitung schwieriger Entscheidungen sind sie ein wertvolles Hilfsmittel. Was früher der Modellbauer war, ist heute der Modellierer.

    Er ermöglicht es, ein geplantes Gebäude schon einmal von innen anzusehen, einen Blick hinter die Abhang-Decke zu werfen oder die Nutzbarkeit von Räumen anhand von Möblierungs-Alternativen zu prüfen. Dank hochentwickelter Gaming-Hardware ist das heute bereits mit überschaubarem Ausstattungs-Aufwand live und als Echtzeit-Simulation möglich. Eine Monitor-Maske überträgt jede Kopfbewegung fließend in die entsprechende Blickperspektive, so daß sich der Besucher ganz natürlich „umschauen“ kann. Zum „herumlaufen“ genügt es, das Zeigegerät in die gewünschte Richtung zu halten, und schon geht’s los in der virtuellen Realität (VR).

    Gestern wie heute waren Visualisierungen Momentaufnahmen ihres Erstellungszeitpunkts. Während die Grafiker noch visualisiert haben, schritt die Planung schon fort. Dadurch sind Visualisierungen nie aktuell, jede Aktualisierung verursacht einen hohen Aufwand. BIM bietet jetzt das Potential, Visualisierungen schneller und mit geringerem Aufwand aus den Modellen zu generieren. Schon heute lassen sich 3D-CAD-Konstruktionen und BIM-Modelle in Visualisierungslösungen einlesen. Allerdings erfordert das immer noch einiges an Nachbereitungsaufwand. Das liegt zum einen an fehlenden Standards, aber auch an der handwerklichen Qualität von BIM-Modellen.

    Saubere 3D-Modellierung mit passenden Anschlüssen erfordert Können, Disziplin und entsprechende Überwachung aller am Modellierungsprozess Beteiligten. Während BIM-Koordinatoren für die Qualität des Modells sorgen, definiert der BIM-Manager die einzuhaltenden Anforderungen und Standards. Dabei sollte er frühzeitig prüfen, ob die Visualisierungs-Anforderungen nicht Bestandteil des projektspezifischen BIM-Prozesses werden können. Wenn es gelingt, VR-Visualisierungen in den Planungsprozess zu integrieren, anstatt sie abschnittsweise nur mitlaufen zu lassen, wäre dies ein weiteres dickes Plus für BIM.

    Nicht gesund: Projektsalat

    Im Zusammenhang mit problematischen Großprojekten diskutiert die Projektmanagement-Community gerne, inwieweit unzureichende Projektmanagement-Kompetenz des Auftraggebers als Ursache infrage kommt. Wie verhält sich diese Kompetenz zur Bauherrenkompetenz?

    Bauherrenkompetenz meint vor allem die Kompetenz, ein Bauprojekt übergeordnet leiten zu können. Diese Leitung ist in das Bauprojekt hinein gerichtet und technischer, wirtschaftlicher, organisatorischer und rechtlicher Natur. Sie wird von einem (Bau-)Projektleiter wahrgenommen, der sein Projekt in der Rolle eines “Geschäftsführers auf Zeit” leitet. Im Projekt selbst erledigen dann Architekten und Ingenieure das eigentliche Projektmanagement, das zu ihren Kernkompetenzen zählt. Schließlich waren und sind Bauprojekte – der Name sagt es bereits – per definitionem immer Projekte.

    Darüber hinausgehende Projektmanagement-Kompetenz-Anforderungen beziehen sich auf große Auftraggeber-Organisationen und weisen in die entgegengesetzte Richtung, nämlich in die Organisation hinein. Dort gilt es, die unterschiedlichen, meist auch widersprüchlichen Interessenslagen insbesondere zu Projektbeginn wirksam auf ein gemeinsames Ziel hin auszurichten, Bedarfe abzuleiten, notwendige Entscheidungen herbeizuführen und schließlich als Bestellung an das Projekt zu übergeben. Das zielgerichtete Management dieser Bestellung auch über die gesamte Projektlaufzeit ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Bauprojekte und zugleich eine anspruchsvolle Projektmanagement-Aufgabe.

    Projektmanagement-Kompetenz desjenigen Projektleiters, der die Bestellung managed, ist aber nur eine Seite der Medaille. Die andere sind Zustand und Reife der Organisation in Bezug auf Projektmanagement. Selbst der beste Projektmanager wird nicht abschließend erfolgreich sein können, wenn die Organisation Projektmanagement nicht richtig beherrscht. Dann entsteht nämlich schnell teurer „Projektsalat“, wie es Peter Brix nennt. Seine Checkliste „Soforthilfe für schräge Projekte und Projektsalat“ erlaubt Organisationen mit kleinem Aufwand eine grobe Positionsbestimmung in sechs wesentlichen Projektmanagement-Dimensionen. Die augenzwinkernden Formulierungen machen es dabei leichter, mit sich selbst ehrlich zu sein – probieren Sie es einmal aus!

    Lean Construction – Wunderwaffe für Bauherrn?

    Daß produzierende Unternehmen ihre Produktionsprozesse mit Lean Prinzipien besser und effizienter gestalten können, ist hinlänglich bekannt. Aber lassen sich die aus der Automobilbranche kommenden Prozesse auch auf das Bauwesen übertragen? Und können sie womöglich sogar Verzögerungen und Mehrkosten bei großen Bauvorhaben künftig vermeiden helfen?

    Auf dem zweitägigen VDI-Wissensforum Lean Construction in Düsseldorf kamen letzte Woche Bauherren, Baufirmen und weitere Branchenschaffende zu Wort. Aus Bauherrensicht, die ich im ersten Vortrag vertreten durfte, kann Lean Construction durchaus zu besseren Projektergebnissen beitragen, wobei man sich vor Augen halten muß, daß etwa belastbare Bauherren-Entscheidungen “just-in-time” wesentliche Produktions-Vorstufen im Bauprozess sind. Stockt bereits diese Vorleistung, können dies auch noch so viele Lean-Prinzipien in Planung und Ausführung nicht mehr wettmachen.

    Dabei dürfen sich Bauherren nichts vormachen: Lean Management ist auch in Bauprojekten kein neues, revolutionäres Allheilmittel, sondern die Wiedererweckung des Verständnisses für kluges, pragmatisches und stringent ineinandergreifendes Handeln vom Auftraggeber bis zum Arbeiter auf der Baustelle. Lean Construction ist insoweit eine Philosophie, die im Projekt ernsthaft gewollt sein muß, eine Kultur von Vertrauen, Offenheit und Fehlertoleranz erfordert und gerade zu Beginn Ausdauer erfordert, wenn man sie wirksam implementieren möchte.

    Bautagebuch – ein Formularbuch für die Baustelle

    Nach ständiger Rechtsprechung kommt dem vom Objektüberwacher zu führenden Bautagebuch speziell bei Bau-Schäden und -Streitigkeiten eine wesentliche Schlüsselrolle zu. Dennoch gibt es mit Ausnahme von elektronischen Bautagebüchern kaum allgemeingültige, sofort vom Praktiker umsetzbare Vorgaben, die die inhaltlichen Anforderungen an ein Bautagebuch definieren. Im Ergebnis hängt die Qualität eines Bautagebuchs deshalb vor allem vom (Wohl-)Wollen, vom Können und von der Erfahrung des Objektüberwachers ab; insbesondere der Bauherr weiß vorher nicht, was er nachher bekommt.

    Aufgrund dieser Ausgangssituation habe ich zusammen mit dem Rechtsanwalt Dr. Walter Klein, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht eine entsprechende Arbeitshilfe entwickelt. Entstanden ist ein Formularbuch mit praxiserprobter und durchdachter innerer Struktur, klar bezeichneten Eingabefeldern und einer ausführlichen Erläuterung zur Anwendung, zu den rechtlichen Pflichten und dem praktischen Nutzen für alle Beteiligten. Musterschreiben zur vertraglichen Vereinbarung der Führung des Bautagebuchs vervollständigen das Angebot.

    Von digitalen Bautagebüchern raten wir dagegen ab: Zum einen können sie die tatsächlichen Abläufe und Anforderungen auf der Baustelle nur eingeschränkt erfüllen, wenn etwa eine Situation handschriftlich skizziert werden muß. Zum anderen ist das Bautagebuch ein Dokument, das wirksam gegen nachträgliche Veränderungen geschützt sein muß. Dies ist zwar technisch möglich, setzt aber abgesicherte Zugriffskonzepte voraus, die nicht immer zuverlässig gegeben sein dürften. Vor allem aber enthalten die „analogen“ Aspekte der Tagebuchführung von unterschiedlichen Schriften und Stiften über Farben bis hin zu Radierspuren wesentliche Nebeninformationen, die die Eintragungen plausibilisierbar machen und absichern helfen. Dieser Nutzen sollte nicht aus der Hand gegeben werden.

    Ein Bautagebuch ist ein Management-Instru­ment für den Bauherrn, ein Nachweis-Instrument für den Architekten und ein Transparenz-Instrument für beide. Auf dem Weg zum gemeinsamen Projekterfolg unterstützt es eine offene, ehrliche, faire und sachge­rechte Projektdurchfüh­rung.

    Das Bautagebuch können Sie hier versandkostenfrei für EUR 23,90 inkl. 19 % MwSt. bestellen – zwei Wochen Rückgaberecht inklusive.

    Sie sind Wiederholungsbauherr oder Bauüberwacher?
    Sie brauchen das Bautagebuch immer wieder? Ab einer Abnahme von 50 Stück kann ich Ihnen eine individualisierte Firmenauflage in Ihrem Corporate Design zu einem stark vergünstigten Preis anbieten. Ihre Anfrage nehme ich gerne per eMail entgegen.

    Leistungsbild für Bauherren

    Wenn ein Bauprojekt einmal gestartet ist, ist alles klar: Planung und Ausführungsüberwachung folgt preislich wie methodisch der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI), und ist zeitlich in die Leistungsphasen 1 bis 8 untergliedert. Dazu passend sind die Aufgaben des Projektmanagement in Heft 9 der Schriftenreihe des Ausschusses der Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung e. V. (AHO) beschrieben. Dank dieser Leistungsbilder weiß jeder, was zu tun, und vom anderen zu erwarten ist.

    Der Start eines Bauprojektes obliegt alleine dem Bauherrn. Doch was muß er tun, was ist von ihm zu erwarten? Wo Bauprojekte in der Vergangenheit weniger erfolgreich verlaufen waren, ist oft der Bauherr den an ihn zu stellenden Erwartungen nicht gerecht geworden.

    Insoweit war es ein logischer Ansatz von Wolfgang Kiauka, den Leistungsphasen 1-8 die Leistungsphase “0” voranzustellen, und auch für sie ein Leistungsbild speziell für Bauherren zu formulieren. Diese Publikation wurde vom Deutschen Verband der Projektmanager im Bau- und Immobilienbereich e.V. (DVP) in der Kategorie Masterarbeit mit dem Förderpreis 2015 ausgezeichnet. Es ist u. a. beim Autor direkt erhältlich.