Die VOB/B lebt!

Wie der Deutsche Vergabe- und Vertragsausschuss für Bauleistungen (DVA) in seiner Pressemitteilung vom 18.07.2018 mitteilt, bleibt die VOB/B trotz neuem Bauvertragsrecht in ihrer aktuellen 2016er Ausgabe zunächst unverändert.  Der zuständige Ausschuß möchte die Entwicklung der Rechtsprechung beobachten, bevor über Anpassungsbedarfe nachgedacht werden kann.

Zuvor hatte das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit in seinem Erlaß vom 18.05.2017 bereits klargestellt, daß im Bundeshochbau die VOB/B auch weiterhin als vertragliche Grundlage zu vereinbaren ist. Dies allerdings insgesamt und ohne inhaltliche Änderungen, weshalb das Vergabe- und Vertragshandbuch des Bundes inzwischen entsprechend angepaßt wurde. .weiterlesen ...

BIM – mehr als nur ein Modethema

Building Information Modelling ist im angelsächsischen Raum schon seit Jahren Standard und faßt zunehmend auch in Deutschland Fuß. Dabei geht es nicht um den Einsatz einer neuen Software, sondern um einen völlig neuen, interdisziplinär-integrativen Ansatz der Planung von Bauwerken.

Mit BIM wird das Bauwerk von den Beteiligten am Bildschirm komplett in 3D modelliert, bevor es draußen “in echt” gebaut wird: Der Architekt konstruiert den Rohbau, in den der Haustechniker anschließend seine Lüftungskanäle und Leitungen “einbaut”. Wenn ein Leitungsstrang dann vor einer Betonwand endet, in der ein “Loch” vergessen worden ist, ist das mit wenigen Klicks erledigt. So können am Ende des Planungsprozesses abgestimmte und weitgehend fehlerfreie Pläne auf die Baustelle geliefert werden. Das macht Bauen besser, schneller und günstiger. .weiterlesen ...

Neues Bauvertragsrecht

Haarschnitt und Hausbau haben eines gemeinsam: Es handelt sich um Werkverträge gemäß BGB. Ihre Unterschiedlichkeit legt aber nahe, daß gesetzliche Regelungen zum Haarschnitt nicht ausreichen können, um den komplexeren, teureren und länger laufenden Bauverträgen gleichermaßen gerecht zu werden.

Deshalb wurde bereits in den zwanziger Jahren die VOB/B aufgelegt, die das Zusammenspiel von Bauherr und Bauunternehmer in Bauverträgen regelt. Beide Seiten wirken seither gleichermaßen an der Entwicklung mit, weshalb die VOB/B in ganz besonderer Weise als sachgerecht und ausgewogen gilt. Die Regelungen der VOB/B können vertraglich vereinbart werden und ergänzen dann die ‑ wie dargestellt: unzureichenden ‑ gesetzlichen Regelungen. .weiterlesen ...

Fast alles richtig gemacht?

Schön ist sie geworden, die Elbphilharmonie. Und was hat sie nicht alles ertragen müssen, dieser Leuchtturm verlernten Bauens in Deutschland? Dabei hat Deutschland das Bauen gar nicht verlernt, es hat nur sein Wissen manchmal nicht eingesetzt. Entspre­chend enthält der im Juni 2015 vorgelegte Abschlußbericht der von der Bundesregierung eingesetzten Reformkom­mission für Großpro­jekte für Fachleute auch keine neuen Erkennt­nisse. Dafür schafft er aber insbesondere für Nicht-Fachleute einen neutralen, d. h. von Branchen-, Verbands- oder Politikinteressen unabhängigen breiten fachlichen Konsens: Wer sich an diese Spielregeln hält, der hat schon die wesentlichen Dinge richtig gemacht. .weiterlesen ...

Eine Frau neun Monate – neun Frauen ein Monat?

Termine, Kapazitäten und Logistik waren das Schwerpunkt-Thema der diesjährigen DVP-Herbsttagung. Was sind seriöse Termine, was läßt sich realistisch beschleunigen? Wo muß der Bauherr bestehende Zwänge einfach akzeptieren, um kein “postfaktisches Projektmanagement” zu betreiben? 

In ihren Kaufverträgen sagen  Automobilhersteller meist nur  voraussichtliche Liefer-Quartale zu, und das, obwohl Autos in einem Regelprozess produziert werden und ihre Lieferzeiten meist ohnehin nur Monate betragen. Je näher der Liefertermin rückt, umso genauer wird er präzisiert. Wenn es also schon in stationären Produktionsprozessen schwierig ist, verbindliche Termine zu benennen, was kann dann in über mehrere Jahre andauernden Bauprojekten realistisch zugesagt werden? .weiterlesen ...

Warum scheitern Großprojekte – immer wieder?

In etwa 450 m Höhe verleiht die geschlossene Wolkendecke in der aufgehenden Sonne den Wolkenkratzern Dubais eine besondere Mystik, die zum Nachdenken über Bauprojektmanagement anregt.

Der Burj Khalifa, von dem dieses Bild im Februar 2016 aufgenommen wurde, ist mit seinen 828 m das höchste Gebäude der Welt. Nach sechsjähriger Bauzeit wurde er Anfang 2010 eröffnet. Demgegenüber ist ein Eröffnungstermin des Berliner Flughafens BER auch 10 Jahre nach dem ersten Spatenstich noch nicht absehbar. Woran könnte das liegen? .weiterlesen ...

Streit vermeiden durch “Frühe Neutrale Beurteilung”

“Vielleicht hätte man gleich jemanden fragen sollen, der sich damit auskennt” lautete einstmals der Werbeslogan für die Gelben Seiten.

Diese Aussage trifft in besonderer Weise auf Bau-Streitigkeiten zu, wie ich sie immer wieder in meiner gerichtlichen Tätigkeit erlebe. Deshalb setze ich mich für die Förderung der außergerichtlichen Streitbeilegung ein, sei es als Mitglied der Deutschen Gesellschaft für außergerichtliche Streitbeilegung (DGA-Bau), oder mittels eines “Erklär-Flyers” zur “Frühen Neutralen Beurteilung”, die ich als Sachverständiger anbiete. .weiterlesen ...

Risikomanagement – Strategien aus verschiedenen Perspektiven

Am 11.05.2016 fand in Hamburg die Jahrestagung der 1. Wissenschaftlichen Vereinigung Projektmanagement zum Thema „Risikomanagement – Strategien aus verschiedenen Perspektiven“ statt. Die Perspektiven spannten vom Projektentwickler über die finanzierende Bank bis hin zum Generalunternehmer und enthielten darüber hinaus auch Spezialaspekte wie etwa solche der Gebäudegründung.

In der Projektpraxis wird Risikomanagement insbesondere von Architekten und Ingenieuren gerne als lästiger Formalismus empfunden, der primär der Befriedigung kaufmännisch-rechtlicher Prozesse und Systeme dient. Entsprechend halbherzig werden dann oft von den Technikern Risikolisten angelegt und mit den im Prinzip unbekannten Faktoren „Eintrittswahrscheinlichkeit“ und „Risikoaus­wirkung“ quantifiziert. Dieses eher lieblose Herangehen mag auch durch die berufsbildende Prägung erklärbar sein, wonach insbesondere der Ingenieur sich als genialer Problemlöser versteht und für ihn Kosten und Termine nur abgeleitete Größen des von ihm gelösten Problems darstellen. In diesem Fall verkennt der Ingenieur allerdings, daß sein Auftraggeber ein fertiges Werk bestellt hat, das einschließlich aller zu lösenden Probleme im Kosten- und Terminrahmen herzustellen ist. Das Risikomanagement ist demnach ein integraler und wesentlicher Erfolgsfaktor im Projektmanagement. .weiterlesen ...

Richtig aufgestellt im Projekt

Spätestens wenn Projekte beginnen aus dem Ruder zu laufen, stellt sich die Frage, ob der Steuermann über die notwendigen Erfahrungen hatte, das Projekt zu steuern. Idealer Weise erfolgt diese Auseinandersetzung jedoch gleich zu Projektbeginn, wenn es darum geht, die Führungsmannschaft aufzustellen. Dabei fällt es gar nicht so leicht, das Projekt in seinen relevanten Eigenschaften zu beurteilen.

Prof. Hans Lechner hat hierfür ein praxisorientiertes Bewertungsverfahren erarbeitet, das auch die Notwendigkeit dieser Auseinandersetzung anschaulich beschreibt: .weiterlesen ...

Die Rolle des Architekten im Konfliktfall

Der Architekt ist die Schlüsselfigur des Bauherren im Projekt. Dennoch kann er Konflikte kaum objektiv lösen. Dagegen spricht nicht nur, dass er Parteivertreter der Bauherrenseite ist, sondern auch seine besondere fachliche und vertragliche Rolle:

Fachlich plant der Architekt das Projekt, bereitet die Bauverträge vor und leitet die vom Bauherrn beauftragten Bauarbeiten. Er ist damit das professionelle Gesicht des Bauherren im Projekt, der selbst meist Bau-Laie ist. Rechtlich gesehen ist er deshalb Erfüllungsgehilfe des Bauherrn, was bedeutet, dass sich der Bauherr Fehler seines Architekten zurechnen lassen muss. .weiterlesen ...