BIM zu Ende gedacht

Modelle oder Zeichnungen, statische oder dynamische Visualisierungen, offline oder in Echtzeit gerechnet, sind im Bauwesen nichts Neues. Meist werden sie für Marketing-Zwecke erstellt, auch zur Vorbereitung schwieriger Entscheidungen sind sie ein wertvolles Hilfsmittel. Was früher der Modellbauer war, ist heute der Modellierer.

Er ermöglicht es, ein geplantes Gebäude schon einmal von innen anzusehen, einen Blick hinter die Abhang-Decke zu werfen oder die Nutzbarkeit von Räumen anhand von Möblierungs-Alternativen zu prüfen. Dank hochentwickelter Gaming-Hardware ist das heute bereits mit überschaubarem Ausstattungs-Aufwand live und als Echtzeit-Simulation möglich. Eine Monitor-Maske überträgt jede Kopfbewegung fließend in die entsprechende Blickperspektive, so daß sich der Besucher ganz natürlich „umschauen“ kann. Zum „herumlaufen“ genügt es, das Zeigegerät in die gewünschte Richtung zu halten, und schon geht’s los in der virtuellen Realität (VR). .weiterlesen ...

Nicht gesund: Projektsalat

Im Zusammenhang mit problematischen Großprojekten diskutiert die Projektmanagement-Community gerne, inwieweit unzureichende Projektmanagement-Kompetenz des Auftraggebers als Ursache infrage kommt. Wie verhält sich diese Kompetenz zur Bauherrenkompetenz?

Bauherrenkompetenz meint vor allem die Kompetenz, ein Bauprojekt übergeordnet leiten zu können. Diese Leitung ist in das Bauprojekt hinein gerichtet und technischer, wirtschaftlicher, organisatorischer und rechtlicher Natur. Sie wird von einem (Bau-)Projektleiter wahrgenommen, der sein Projekt in der Rolle eines “Geschäftsführers auf Zeit” leitet. Im Projekt selbst erledigen dann Architekten und Ingenieure das eigentliche Projektmanagement, das zu ihren Kernkompetenzen zählt. Schließlich waren und sind Bauprojekte – der Name sagt es bereits – per definitionem immer Projekte. .weiterlesen ...

Lean Construction – Wunderwaffe für Bauherrn?

Daß produzierende Unternehmen ihre Produktionsprozesse mit Lean Prinzipien besser und effizienter gestalten können, ist hinlänglich bekannt. Aber lassen sich die aus der Automobilbranche kommenden Prozesse auch auf das Bauwesen übertragen? Und können sie womöglich sogar Verzögerungen und Mehrkosten bei großen Bauvorhaben künftig vermeiden helfen?

Auf dem zweitägigen VDI-Wissensforum Lean Construction in Düsseldorf kamen letzte Woche Bauherren, Baufirmen und weitere Branchenschaffende zu Wort. Aus Bauherrensicht, die ich im ersten Vortrag vertreten durfte, kann Lean Construction durchaus zu besseren Projektergebnissen beitragen, wobei man sich vor Augen halten muß, daß etwa belastbare Bauherren-Entscheidungen “just-in-time” wesentliche Produktions-Vorstufen im Bauprozess sind. Stockt bereits diese Vorleistung, können dies auch noch so viele Lean-Prinzipien in Planung und Ausführung nicht mehr wettmachen. .weiterlesen ...

Bautagebuch – ein Formularbuch für die Baustelle

Nach ständiger Rechtsprechung kommt dem vom Objektüberwacher zu führenden Bautagebuch speziell bei Bau-Schäden und -Streitigkeiten eine wesentliche Schlüsselrolle zu. Dennoch gibt es mit Ausnahme von elektronischen Bautagebüchern kaum allgemeingültige, sofort vom Praktiker umsetzbare Vorgaben, die die inhaltlichen Anforderungen an ein Bautagebuch definieren. Im Ergebnis hängt die Qualität eines Bautagebuchs deshalb vor allem vom (Wohl-)Wollen, vom Können und von der Erfahrung des Objektüberwachers ab; insbesondere der Bauherr weiß vorher nicht, was er nachher bekommt. .weiterlesen ...

Leistungsbild für Bauherren

Wenn ein Bauprojekt einmal gestartet ist, ist alles klar: Planung und Ausführungsüberwachung folgt preislich wie methodisch der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI), und ist zeitlich in die Leistungsphasen 1 bis 8 untergliedert. Dazu passend sind die Aufgaben des Projektmanagement in Heft 9 der Schriftenreihe des Ausschusses der Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung e. V. (AHO) beschrieben. Dank dieser Leistungsbilder weiß jeder, was zu tun, und vom anderen zu erwarten ist. .weiterlesen ...

Endbericht der Reformkommission erschienen

Je größer das Projekt, umso höher ist die Zahl der Bauherrenvertreter und ihre Hierarchie. So müssen sich dann zwangsläufig auch solche Bauherrenvertreter mit dem Projekt auseinandersetzen, die vom Bauen eher wenig verstehen. Dies gilt jedenfalls meist dann, wenn Bauen nicht das Kerngeschäft des Bauherren ist.

Nicht nur im politischen Bereich können die eigentlichen Projektthemen dann schnell von anderen Themen der Bauherrenvertreter überstrahlt und verwässert werden. Wie entsprechende Beispiele aktueller Großprojekte zeigen, geht das oft zu Lasten des Projekts. Gleichzeitig wird es immer schwerer, sich fachlich-inhaltlich auf das richtige und notwendige Vorgehen zu verständigen. .weiterlesen ...

Anforderungs- und Änderungsmanagement

Im Rahmen meiner Mitarbeit in der Arbeitsgruppe Projektsteuerung der Reformkommission  (“Ramsauer-Kommission”) habe ich folgenden Beitrag zum Anforderungs- und Änderungsmanagement erstellt:

Wenn große Projekte in Schwierigkeiten geraten, sind i. d. R. ändernde Eingriffe des Bauherren mit im Spiel. Dies spricht für eine nähere Betrachtung des Änderungsverhaltens des Bauherren. Jede Änderung bezieht sich auf einen ungeänderten Ausgangs-Zustand, der offenbar irgendwann nicht (mehr) genügend geeignet erschien. Deshalb wäre eine Betrachtung des Änderungsverhaltens ohne die Auseinandersetzung mit der Ausgangs-Situation unvollständig. Im Kontext von Organisationen geht es deshalb hier ganzheitlich um Anforderungs- und Änderungsmanagement.

Black Box BER – eine Rezension

Titel, Projekt, Autor und Aktualität hätten das Zeug für wesentlich mehr gehabt. Statt dessen wirkt das Buch, als hätte sich v. Gerkan einfach mal über’s Wochenende seinen Ärger von der Seele geschrieben. Das spiegelt sich sowohl im Aufbau, als auch in den sehr unterschiedlichen Kapitellängen wider, die teilweise nur wenige Zeilen umfassen. Das inhaltliche Spektrum ist breit und mag für den allgemeinen Leser interessant sein. Die Fachleserschaft findet indes nur eine gute Handvoll zugegebener Maßen gelungener Ausführungen. Diese Leser hätten sicher gerne mehr erfahren, und sei es nur, ob die “falsch” gepflanzten Bäume nun eine vertragswidrige Leistung waren, oder nicht, und was die Objektüberwachung hierzu während der Ausführung unternommen hat. Derartige Fragen dürfen einfach nicht offen bleiben, wenn der Autor anhand solcher Beispiele die Stimmungsmache von Presse und Bauherr beklagt. .weiterlesen ...