Fast alles richtig gemacht?

Schön ist sie geworden, die Elbphilharmonie. Und was hat sie nicht alles ertragen müssen, dieser Leuchtturm verlernten Bauens in Deutschland? Dabei hat Deutschland das Bauen gar nicht verlernt, es hat nur sein Wissen manchmal nicht eingesetzt. Entspre­chend enthält der im Juni 2015 vorgelegte Abschlußbericht der von der Bundesregierung eingesetzten Reformkom­mission für Großpro­jekte für Fachleute auch keine neuen Erkennt­nisse. Dafür schafft er aber insbesondere für Nicht-Fachleute einen neutralen, d. h. von Branchen-, Verbands- oder Politikinteressen unabhängigen breiten fachlichen Konsens: Wer sich an diese Spielregeln hält, der hat schon die wesentlichen Dinge richtig gemacht.

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Alternative Streitbeilegung nicht schwer

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Der schnelle Blick in die „Streitlösungsordnung für das Bauwesen (SL Bau)“ zeigt komplexe Verfahren, Mustervereinbarungen und Musterverträge, die am besten bereits mit den Bauverträgen vereinbart werden sollten. Die fünf Hauptverfahren – Mediation, Schlichtung, Adjudikation, Schiedsgutachten und Schiedsgericht – sind ziemliche Schwergewichte, die eine Einstiegshürde gerade bei kleineren Projekten oder Streitigkeiten darstellen können.

Dabei beschränkt sich das Feld der Möglichkeiten gar nicht auf diese „big five“, es gibt auch niederschwellige „Einstiegsangebote“, die näher zu betrachten sich lohnt. Gemäß nachstehender Struktur (nach Ludolph/Oelsner in: 3. Kongress der DGA-Bau, März 2017) untergliedern sich die Verfahren zunächst in solche, die die Parteien ohne fremde Hilfe anwenden können und solche, bei denen sie sich von einem unabhängigen Streitbeileger unterstützen lassen. Letztere untergliedern sich weiter in „unverbindliche“ Verfahren, in denen sich die Parteien gewisser Maßen eine dritte Meinung einholen und solche, aus denen sich bereits rechtliche Ansprüche ableiten lassen.

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Gerichtsverfahren überschätzt

Vor Gericht und auf hoher See befinden wir uns bekanntlich in Gottes Hand. Weniger bekannt ist indes, daß knapp die Hälfte aller Bau-Gerichtsprozesse noch nicht einmal mit einem Urteilsspruch endet: Bei Vergleich, Versäumnisurteil, Anerkenntnis- bzw. Verzichtsurteil oder Erledigungserklärung (§91a ZPO) darf davon ausgegangen werden, daß die Parteien ihren Streit besser gleich untereinander gelöst hätten, wenn ihnen der Verfahrensausgang im vorhinein bekannt gewesen wäre.

(nach Haghsheno et. al. zum 2. Jahreskongreß der DGA-Bau 2016 in Berlin)

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Eine Frau neun Monate – neun Frauen ein Monat?

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Termine, Kapazitäten und Logistik waren das Schwerpunkt-Thema der diesjährigen DVP-Herbsttagung. Was sind seriöse Termine, was läßt sich realistisch beschleunigen? Wo muß der Bauherr bestehende Zwänge einfach akzeptieren, um kein „postfaktisches Projektmanagement“ zu betreiben? 

In ihren Kaufverträgen sagen  Automobilhersteller meist nur  voraussichtliche Liefer-Quartale zu, und das, obwohl Autos in einem Regelprozess produziert werden und ihre Lieferzeiten meist ohnehin nur Monate betragen. Je näher der Liefertermin rückt, umso genauer wird er präzisiert. Wenn es also schon in stationären Produktionsprozessen schwierig ist, verbindliche Termine zu benennen, was kann dann in über mehrere Jahre andauernden Bauprojekten realistisch zugesagt werden?

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Warum scheitern Großprojekte – immer wieder?

2016-02-21-bild-137In etwa 450 m Höhe verleiht die geschlossene Wolkendecke in der aufgehenden Sonne den Wolkenkratzern Dubais eine besondere Mystik, die zum Nachdenken über Bauprojektmanagement anregt.

Der Burj Khalifa, von dem dieses Bild im Februar 2016 aufgenommen wurde, ist mit seinen 828 m das höchste Gebäude der Welt. Nach sechsjähriger Bauzeit wurde er Anfang 2010 eröffnet. Demgegenüber ist ein Eröffnungstermin des Berliner Flughafens BER auch 10 Jahre nach dem ersten Spatenstich noch nicht absehbar. Woran könnte das liegen?

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Bautagebuch – ein Formularbuch für die Baustelle

BautagebuchNach ständiger Rechtsprechung kommt dem vom Objektüberwacher zu führenden Bautagebuch speziell bei Bau-Schäden und -Streitigkeiten eine wesentliche Schlüsselrolle zu. Dennoch gibt es mit Ausnahme von elektronischen Bautagebüchern kaum allgemeingültige, sofort vom Praktiker umsetzbare Vorgaben, die die inhaltlichen Anforderungen an ein Bautagebuch definieren. Im Ergebnis hängt die Qualität eines Bautagebuchs deshalb vor allem vom (Wohl-)Wollen, vom Können und von der Erfahrung des Objektüberwachers ab; insbesondere der Bauherr weiß vorher nicht, was er nachher bekommt.

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Streit vermeiden durch „Frühe Neutrale Beurteilung“

2016-09-24-flyer„Vielleicht hätte man gleich jemanden fragen sollen, der sich damit auskennt“ lautete einstmals der Werbeslogan für die Gelben Seiten.

Diese Aussage trifft in besonderer Weise auf Bau-Streitigkeiten zu, wie ich sie immer wieder in meiner gerichtlichen Tätigkeit erlebe. Deshalb setze ich mich für die Förderung der außergerichtlichen Streitbeilegung ein, sei es als Mitglied der Deutschen Gesellschaft für außergerichtliche Streitbeilegung (DGA-Bau), oder mittels eines „Erklär-Flyers“ zur „Frühen Neutralen Beurteilung“, die ich als Sachverständiger anbiete.

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Risikomanagement – Strategien aus verschiedenen Perspektiven

HamburgAm 11.05.2016 fand in Hamburg die Jahrestagung der 1. Wissenschaftlichen Vereinigung Projektmanagement zum Thema „Risikomanagement – Strategien aus verschiedenen Perspektiven“ statt. Die Perspektiven spannten vom Projektentwickler über die finanzierende Bank bis hin zum Generalunternehmer und enthielten darüber hinaus auch Spezialaspekte wie etwa solche der Gebäudegründung.