BIM – mehr als nur ein Modethema

Building Information Modelling ist im angelsächsischen Raum schon seit Jahren Standard und faßt zunehmend auch in Deutschland Fuß. Dabei geht es nicht um den Einsatz einer neuen Software, sondern um einen völlig neuen, interdisziplinär-integrativen Ansatz der Planung von Bauwerken.

Mit BIM wird das Bauwerk von den Beteiligten am Bildschirm komplett in 3D modelliert, bevor es draußen „in echt“ gebaut wird: Der Architekt konstruiert den Rohbau, in den der Haustechniker anschließend seine Lüftungskanäle und Leitungen „einbaut“. Wenn ein Leitungsstrang dann vor einer Betonwand endet, in der ein „Loch“ vergessen worden ist, ist das mit wenigen Klicks erledigt. So können am Ende des Planungsprozesses abgestimmte und weitgehend fehlerfreie Pläne auf die Baustelle geliefert werden. Das macht Bauen besser, schneller und günstiger. read more

Neues Bauvertragsrecht

© Kitty | fotolia.com

Haarschnitt und Hausbau haben eines gemeinsam: Es handelt sich um Werkverträge gemäß BGB. Ihre Unterschiedlichkeit legt aber nahe, daß gesetzliche Regelungen zum Haarschnitt nicht ausreichen können, um den komplexeren, teureren und länger laufenden Bauverträgen gleichermaßen gerecht zu werden.

Deshalb wurde bereits in den zwanziger Jahren die VOB/B aufgelegt, die das Zusammenspiel von Bauherr und Bauunternehmer in Bauverträgen regelt. Beide Seiten wirken seither gleichermaßen an der Entwicklung mit, weshalb die VOB/B in ganz besonderer Weise als sachgerecht und ausgewogen gilt. Die Regelungen der VOB/B können vertraglich vereinbart werden und ergänzen dann die ‑ wie dargestellt: unzureichenden ‑ gesetzlichen Regelungen. read more

Fast alles richtig gemacht?

Schön ist sie geworden, die Elbphilharmonie. Und was hat sie nicht alles ertragen müssen, dieser Leuchtturm verlernten Bauens in Deutschland? Dabei hat Deutschland das Bauen gar nicht verlernt, es hat nur sein Wissen manchmal nicht eingesetzt. Entspre­chend enthält der im Juni 2015 vorgelegte Abschlußbericht der von der Bundesregierung eingesetzten Reformkom­mission für Großpro­jekte für Fachleute auch keine neuen Erkennt­nisse. Dafür schafft er aber insbesondere für Nicht-Fachleute einen neutralen, d. h. von Branchen-, Verbands- oder Politikinteressen unabhängigen breiten fachlichen Konsens: Wer sich an diese Spielregeln hält, der hat schon die wesentlichen Dinge richtig gemacht. read more

Alternative Streitbeilegung nicht schwer

Creativa-Images | Fotolia.com

Der schnelle Blick in die „Streitlösungsordnung für das Bauwesen (SL Bau)“ zeigt komplexe Verfahren, Mustervereinbarungen und Musterverträge, die am besten bereits mit den Bauverträgen vereinbart werden sollten. Die fünf Hauptverfahren – Mediation, Schlichtung, Adjudikation, Schiedsgutachten und Schiedsgericht – sind ziemliche Schwergewichte, die eine Einstiegshürde gerade bei kleineren Projekten oder Streitigkeiten darstellen können.

Dabei beschränkt sich das Feld der Möglichkeiten gar nicht auf diese „big five“, es gibt auch niederschwellige „Einstiegsangebote“, die näher zu betrachten sich lohnt. Gemäß nachstehender Struktur (nach Ludolph/Oelsner in: 3. Kongress der DGA-Bau, März 2017) untergliedern sich die Verfahren zunächst in solche, die die Parteien ohne fremde Hilfe anwenden können und solche, bei denen sie sich von einem unabhängigen Streitbeileger unterstützen lassen. Letztere untergliedern sich weiter in „unverbindliche“ Verfahren, in denen sich die Parteien gewisser Maßen eine dritte Meinung einholen und solche, aus denen sich bereits rechtliche Ansprüche ableiten lassen. read more

Gerichtsverfahren überschätzt

Vor Gericht und auf hoher See befinden wir uns bekanntlich in Gottes Hand. Weniger bekannt ist indes, daß knapp die Hälfte aller Bau-Gerichtsprozesse noch nicht einmal mit einem Urteilsspruch endet: Bei Vergleich, Versäumnisurteil, Anerkenntnis- bzw. Verzichtsurteil oder Erledigungserklärung (§91a ZPO) darf davon ausgegangen werden, daß die Parteien ihren Streit besser gleich untereinander gelöst hätten, wenn ihnen der Verfahrensausgang im vorhinein bekannt gewesen wäre.

(nach Haghsheno et. al. zum 2. Jahreskongreß der DGA-Bau 2016 in Berlin) read more

Eine Frau neun Monate – neun Frauen ein Monat?

© Fotolia| BillionPhotos.com

© Fotolia|BillionPhotos.com

Termine, Kapazitäten und Logistik waren das Schwerpunkt-Thema der diesjährigen DVP-Herbsttagung. Was sind seriöse Termine, was läßt sich realistisch beschleunigen? Wo muß der Bauherr bestehende Zwänge einfach akzeptieren, um kein „postfaktisches Projektmanagement“ zu betreiben? 

In ihren Kaufverträgen sagen  Automobilhersteller meist nur  voraussichtliche Liefer-Quartale zu, und das, obwohl Autos in einem Regelprozess produziert werden und ihre Lieferzeiten meist ohnehin nur Monate betragen. Je näher der Liefertermin rückt, umso genauer wird er präzisiert. Wenn es also schon in stationären Produktionsprozessen schwierig ist, verbindliche Termine zu benennen, was kann dann in über mehrere Jahre andauernden Bauprojekten realistisch zugesagt werden? read more

Warum scheitern Großprojekte – immer wieder?

2016-02-21-bild-137In etwa 450 m Höhe verleiht die geschlossene Wolkendecke in der aufgehenden Sonne den Wolkenkratzern Dubais eine besondere Mystik, die zum Nachdenken über Bauprojektmanagement anregt.

Der Burj Khalifa, von dem dieses Bild im Februar 2016 aufgenommen wurde, ist mit seinen 828 m das höchste Gebäude der Welt. Nach sechsjähriger Bauzeit wurde er Anfang 2010 eröffnet. Demgegenüber ist ein Eröffnungstermin des Berliner Flughafens BER auch 10 Jahre nach dem ersten Spatenstich noch nicht absehbar. Woran könnte das liegen? read more

Bautagebuch – ein Formularbuch für die Baustelle

BautagebuchNach ständiger Rechtsprechung kommt dem vom Objektüberwacher zu führenden Bautagebuch speziell bei Bau-Schäden und -Streitigkeiten eine wesentliche Schlüsselrolle zu. Dennoch gibt es mit Ausnahme von elektronischen Bautagebüchern kaum allgemeingültige, sofort vom Praktiker umsetzbare Vorgaben, die die inhaltlichen Anforderungen an ein Bautagebuch definieren. Im Ergebnis hängt die Qualität eines Bautagebuchs deshalb vor allem vom (Wohl-)Wollen, vom Können und von der Erfahrung des Objektüberwachers ab; insbesondere der Bauherr weiß vorher nicht, was er nachher bekommt. read more